Urbach –

ein kleiner geschichtlicher Exkurs in die Vergangenheit

 

 

Die erste Erwähnung von Urbach in den Geschichtsbücher geht auf das Jahr 1191 zurück. Dabei leitet sich der Name vermutlich vom althochdeutschen „Urbich“ = alter Bach ab, was durch den alten Rheinarm auch durchaus logisch erscheint.

 

Doch es gilt heute als gesichert, dass es bereits die rheinische Tiefebene , in der ja auch Urbach liegt, seit der Jungsteinzeit (ca. 4000 – 2000 v. Chr.)mehr oder weniger bewohnt ist. In dieser Zeit wurden die Nomaden sesshaft und begannen mit der Bestellung der Felder und der Viehzucht. Durch eine Vielzahl von gefundenen Töpferprodukten konnte man auch die ersten Kulturen nachweisen. Allerdings war das Gebiet um das heutige Köln herum bis ca. 500 v.Chr. nur sehr spärlich bewohnt. Bei Ausgrabungen im März 1936 fand Prof. Butler an der ehemaligen Ziegelei in Westhoven Töpferscherben und Hauspfosten, die keltischen  Bewohnern zuzuordnen sind. Dies bezeugen auch die Keltengräber in der Wahner Heide. Doch die Zeit der Kelten ging mit der Romanisierung um 100 n. Chr. zu Ende, sie wurden zu Reiter in den römischen Legionen.  Zu dieser Zeit floss ein alter Rheinarm  noch durch Urbach, was man heute noch an der Böschung des Radweges von Urbach nach Wahn in Elsdorf ( südlich der Kreuzung Frankfurter Str. / Hermann-Löns-Str.) gut erkennen kann.  Eine Besiedlung des heutigen Urbacher Gebietes war in dieser Zeit nicht möglich, der römische Schriftsteller Tacitus (ca. 50 bis 100 n.Chr.) berichtete, dass man nur am Mauspfad trockenen Fußes gehen konnte. Der Mauspfad hat eine durchschnittliche Höhe von knapp 58 m und liegt damit gut 5m höher als der Urbacher Kirchhügel. Daher kann man vermuten, dass das Land westlich vom Mauspfad immer wieder vom Rhein überspült wurde und ein Feuchtgebiet darstellte. Das war der eine Grund, warum die Besiedlung hier nicht möglich war, der zweite Grund war durch die Römer bedingt. Sie hielten aus strategischen Gründen das rechte Rheinufer bis zum Mauspfad germanenfrei und damit menschenleer. Die nächsten Jahrhunderte waren einerseits durch die römische Herrschaft und den immer wieder aufflammenden Kriegen zwischen den Römern und dern Germanan auf dem rechtsrheinischen Gebiet. Hinzu kamen die Raubzüge der salischen Franken, die immer wieder das niedergermanische Gebiet überzogen. In den Jahren 457 / 458 ging dann die Herrschaft der Römer zu Ende und gleichzeitig begann die zögerliche Besiedlung auf der rechten Rheinseite, die erst im 7. Jahrhundert mit der Christianisierung durch dem Missionar Suitbert entscheidend gelang.

 

So ist es auch nicht verwunderlich, dass die erste urkundliche Erwähnung Urbachs vor einem kirchlichen Hintergrund stand. In einer späteren Urkunde von 1208 wird bestätigt, dass der Probst Hermann II.(1191 – 1205) vom Stift St. Severin, die Urbacher Kirche im Besitz des Stiftes war. Zu dieser Zeit gehörten die Dörfer Eil, Heumar Porz und Elsdorf zur Urbacher Pfarrei, die dadurch zu einem beachtlichen Reichtum kam, der wiederum dem Stift St.Severin zu Gute kam. Durch die vielen Landgüter und Hofverbände bezogen die Stiftsherren allein aus dem Urbacher Gebiet den Zehnten in Höhe von 3012 Morgen Ackerland, während der Urbacher Pastor den kleinen Zehnten von 110 Morgen erhielt. Bis ca. 1400 Ging diese Herrschaft, dann vernachlässigten die Stiftsherren zunehmend Urbach, die dann, unter Führung der reichen Kanoniker, einen „Armeleute-Priester“ verpflichteten, der sich fortan um die Urbacher Finanzen kümmerte.

 

Zu den schon erwähnten Landgüter und Höfe gehörten unter anderem :

Der Kirchenhof

Er stand rechts ( in Richtung Elsdorf) neben der Kirche, war aber nie in deren besitz, sondern ein Fronhof (Herrenhof) der Abtei von Deutz. Der Kirchenhof wechselte im Laufe der Jahrhunderte mehrfach Besitzer und Pächter, bevor er , trotz  Denkmalschutz, 1959 abgerissen wurde.

 

Der Finkelbergs Hof

Dieser Hof stand links neben der Kirche, wo heute das alte Pfarrhaus steht. Gegründet wurde der Hof als Uhlhof, wurde aber 1773 nach dem Schöffen Finkenberg umbenannt. Später ging er in den Besitz der Familie Sternenberger über.

 

Der Sternenberger Hof

Das Gut lag in der Kupfergasse, dem heutigen Bauhof der Stadt Köln. Als besonderes Kennzeichen hatte Bertram Sternenberger, Sohn des Gründers Bernhard Sternenberg, am Eingang einen Stein mit Inschrift und fünf Sternen einmauern lassen.  Die Sternenberger Villa, das Herrenhaus der Familie, an der Kaiserstrasse ist heute noch erhalten und wurde später von der STEMAG als Verwaltungsgebäude genutzt. Nach dem Niedergang der STEMAG übernahm die Bundeswehr das gesamte Terrain.

 

Der Maarhof

Der heute noch vorhandene Maarhof, wurde zwischenzeitlich in eine Wohnanlage umgebaut, liegt am nördlichen Ende von Urbach , rechts der Frankfurter Strasse. Besitzer des Hofes war bis 1873 Graf Bertram von Nesselrode Ehreshoven, der aus dem Ort Nesserlrode nördlich der Wupper stammte. In überlieferten Erzählungen der Ritter von Nesselrode wird der Hof schon 1270 erwähnt. 1873 kaufte die Familie Meller das Gut vom Grafen von Nesselrode und vererbte es schließlich an ihre Schwester , die Witwe Broicher. Bis heute blieb der Hof in der Familie, denn die derzeitige Besitzerin ist Marie-Therese Klein, geb. Broicher.